Verloren

Eine Frau geht einen Feldweg entlang, der auf einen Wald hinführt. Sie trägt einen Rock aus Leinen, der sanft um ihre Hüfte schwingt. Die Farbe des Rocks ist im gleichen Grau wie das ihrer Haare, die im Wind leicht wippen. Sie geht langsam, gerade zu zögerlich und am Rand des Waldes bleibt sie stehen. Vor ihr ist es dunkel. Die Tannen stehen ihr scheinbar undurchdringlich im Weg. Schlimmer noch, es ist überhaupt kein Weg mehr zu sehen. Aber sie weiß ganz genau: Hier muss ich lang.

Sie zögert, dreht sich um und schaut zurück, wo sie hergekommen ist. Hinter ihr ist ein frisch geerntetes Kartoffelfeld, dahinter ein anderer Teil des Waldes. Obwohl es mittags ist und die Sonne scheint, ist es angenehm warm, der Sommer verabschiedet sich schon nach und nach.

Soll sie wieder zurückgehen? Aber was würde ihr das bringen? Doch nur das Leben, das sie schon seit Jahren lebte. Und dessen ist sie müde. Sie hat es satt, nicht gesehen zu werden. Sie hat es satt, dass niemand sie ernst nimmt. Und wie sie sich eingestehen muss, nimmt sie sich selbst am wenigsten ernst. Warum das so war, weiß sie nicht. Irgendwie schien es schon immer so gewesen zu sein. Das war das, was sie kannte. Manchmal hatte sie darüber nachgedacht, was sie ändern könnte, doch sie hatte nie auch nur einen Hauch einer Idee gefunden.

Dann hatte sie eines Tages diese Botschaft im Kopf gehabt. Sie war gerade dabei, die Asche aus dem Kohleofen zu fegen, als plötzlich eine Stimme in ihrem Kopf zu ihr sprach: Geh in den Wald! Dort wirst Du Deine Antworten finden. Die Frau schaute sich um. Was sollte das denn? Spielte ihr da jemand einen Streich?

(…)

Die ganze Geschichte gibt es jetzt in meinem Buch:
Die Schnecke der Eremitin - Magische Erzählungen zwischen Aufbruch und Ankommen.

Samira Tara

Ich liebe es, Geschichten zu schreiben.

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